Integrative Gruppe

Was ist eine integrative Gruppe?

In einer integrativen Gruppe werden Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam betreut. In Maria Heimsuchung findet das schon seit September 2000 statt. Die zwei integrativen Gruppen werden von jeweils 15 Kindern besucht. Davon belegen in der Regel drei bis fünf Kinder einen heilpädagogischen Platz (Integrativplatz). Diesen Platz bekommen Kinder, die für ihre Weiterentwicklung aus unterschiedlichen Gründen eine umfangreichere Förderung benötigen.

Mögliche Gründe sind:

  • Entwicklungsverzögerung
  • Sprachauffälligkeit
  • Schwierigkeiten im Sozialverhalten
  • Geistige Behinderung
  • Körperbehinderung
  • Sinnesbehinderung (Blindheit, Taubheit…)
  • Wahrnehmungsstörung
  • Mehrfachbehinderung
  • Krankheiten (Diabetes, Allergien…)

Um dem erhöhten Förderbedarf (Erziehung, Bildung und Pflege) gerecht zu werden, arbeiten in der integrativen Gruppe zwei Erzieherinnen und eine Kinderpflegerin.

Zur Unterstützung des Gruppenteams kommen verschiedene therapeutische Fachdienste ins Haus. Sie führen mit den integrativen Kindern die entsprechenden Therapien,  wie Heilpädagogik, Physiotherapie oder Logopädie durch. Außerdem steht dem Personal der integrativen Gruppe eine Teamberatung zur Verfügung.


Warum gibt es eine integrative Gruppe? 
  • Ziel für die nicht behinderten Kinder

Das Ziel der integrativen Gruppe ist es, der Ausgrenzung von Menschen mit Behinderung oder einer drohenden Behinderung vorzubeugen. Wir wollen eine Gemeinschaft zwischen behinderten und nicht behinderten Kindern fördern. Unsere Erfahrungen zeigen, dass Kinder noch keine Vorurteile haben, ganz unkompliziert mit behinderten Kindern umgehen, ihnen ihr Fehlverhalten nicht nachtragen, sie unterstützen und ihnen sehr gerne helfen. Die Kinder unserer integrativen Gruppe zeigen meist ein sehr positives Sozialverhalten, wie große Hilfsbereitschaft und Rücksichtnahme.

 

  • Ziel für die Kinder mit Behinderung oder drohender Behinderung

Kinder lernen am liebsten von Kindern. Gerade behinderte Kinder ahmen sehr viel nach und entwickeln so den Ehrgeiz, bestimmte Dinge, die andere bereits können, auch zu lernen. Dies treibt die Kinder voran und ermöglicht es ihnen, durch die erhöhte und gezielte Förderung, die sie in dieser Gruppe erhalten, große Fortschritte zu machen und vorhandene Defizite möglicherweise auszugleichen. Die integrative Gruppe stellt für diese Kinder einen Entwicklungsrahmen dar, in dem die genetisch angelegten Entwicklungsmöglichkeiten jedes Kindes ausgeschöpft werden. Dies erreichen wir durch das alltägliche Lernen im Spiel mit anderen Kindern, die gezielte Förderung in Einzel- und Kleingruppenangeboten, den Einsatz von speziellen Montessori-Materialien, das Lernen am Modell (andere Kinder und Erwachsene sind Vorbild), und auch durch Einzel- und Gruppentherapien.

Wir sind überzeugt, dass im Miteinander von behinderten und nicht behinderten Kindern wechselseitige Lernprozesse in Gang gesetzt werden, die den weiteren Lebensweg aller bereichern! Deshalb ist unser Motto:

„Gemeinsam leben, lachen, lernen…“